Während in Deutschland die Kräfte stärker werden, die die Erinnerung an die braune Vergangenheit und die dadurch verursachten Verbrechen nicht mehr für nötig und sogar für schändlich halten, zeigt Nümbrecht Verantwortung gegen das Vergessen. Als Zeichen der Erinnerung hat der Künstler Günter Demnig seit 1968 in Deutschland schon zahlreiche sog. „Stolpersteine“ ins Bordsteinpflaster eingelassen und beschriftet mit Daten der NS-Opfer, die an der jeweiligen Stelle wohnten. Sie dienen der Erinnerung an das Schicksal der Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus unter Qualen ihr Leben ließen. Am 6. Juni referiert Günter Demnig im Parkhotel über dieses Kunst-Projekt und am Folgetag werden weitere Stolpersteine verlegt. Seit 2014 sind es bereits 10. Nümbrechter Bürger und Bürgerinnen haben sich für die Installation der Steine engagiert und diese durch Spenden finanziert.
Diese Erinnerungskultur hatte es in Nümbrecht vor 40 Jahren noch schwer. So führte der Vorschlag zu heftiger Gegenwehr, den Ausschnitt der berühmten Rede des damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker zum 8. Mai am Kriegsmahnmal anzubringen. In dieser Rede wurde nicht nur der Gefallenen gedacht, sondern „aller Toten des Krieges und der Gewaltherrschaft“, also auch zivilen Opfern des NS-Regimes, u.a. Sinti, Roma, Homosexuelle, Menschen mit Behinderung, regimekritische Bürger:Innen. Letztlich einigte man sich darauf, die entsprechende Tafel im Foyer des Rathauses anzubringen. Seither hat sich viel getan, vor allem angestoßen von Frau Anne Vogelmayr. Straßen wurden umbenannt und regelmäßig findet eine eindrucksvolle Feierstunde am jüdischen Friedhof anlässlich der Reichspogromnacht statt. Nur diese Erinnerungskultur kann die Wiederholung eines solchen Zivilisationsbruchs wie unter dem NS-Regime verhindern. Lernen aus der Vergangenheit ist keine Schande sondern zeugt von Verantwortung den folgenden Generationen gegenüber und entspricht dem christlichen und humanistischen Menschenbild. Darauf können die Nümbrechter Bürger und Bürgerinnen stolz sein. Wir Grünen haben dieses Gedenken immer gefördert, somit unterstützen wir auch in vollem Umfang die Initiative Stolpersteine und wir freuen uns mit den Akteur:Innen und Förder:Innen, die dies für uns alle ermöglichen. Wir würden es begrüßen, wenn eine breite Bürgerbeteiligung an der Gestaltung dieser Feierlichkeiten ermöglicht wird. Kommen Sie darum zahlreich zu beiden Veranstaltungen: 6. Juni, ab 9 Uhr Referat von Günter Demnig im Kursaal mit Diskussionsgelegenheit; am 7. Juni erfolgt die Verlegung der Stolpersteine in feierlichem Rahmen.
Die Bilder von der Verlegung der Stolpersteine durch Herrn Demnig:


verlegte Stolpersteine mit Platzhalter