Energiewende in Nümbrecht

Die Energiewende ist angesagt, denn der Klimawandel muss verzögert werden, und darum muss der Ausstoß von CO2 so stark und so schnell wie möglich gesenkt werden. Im Februar 2023 haben über 80 % der Nümbrechter Bürger dafür gestimmt, zur regenerativen Energiegewinnung einen Beitrag zu leisten durch den Bau von Windgeneratoren unter der Leitung der Gemeindewerke. Allmählich nimmt das Projekt Fahrt auf und prompt regt sich Widerstand, angefeuert durch haarsträubende „Fake News“. Seriöse Informationen findet man auf der Homepage der Grünen Nümbrecht und auf der Seite der GWN. Außerdem ist Solarenergie endlich im Vormarsch, allerdings empfinden einige auch das als störend im Ortsbild. Natürlich lässt sich über den Anblick streiten, zumal die Windrotoren markante Blickpunkte in der Landschaft sind. Vor der Energiewende wurde unser Strom hauptsächlich von Kohlekraftwerken geliefert. Dafür wurden in NRW viele Dörfer weggebaggert und anderen Dörfern riesige Kohlekraftwerke in die Aussicht gesetzt. Beides erzeugte bei den direkt Betroffenen keine Freude. Da es in Oberberg keine Kohle gibt, blieb uns das erspart. Aber wir haben Wind und Sonne, und damit wollen wir nun einen Beitrag leisten zur Energieversorgung, vor allem von Nümbrecht. 

Was wäre denn die Alternative?

In der CSU wurde vor der Bundestagswahl wieder von der Reaktivierung der Kernkraft geträumt. Kleine, modulare Atomreaktoren (SMR) werden als eine kostengünstigere und flexiblere Lösung beworben als große Atomkraftwerke. Entsprechende Projekte sind bereits in den USA an den enormen Baukosten gescheitert. Die Reaktivierung von im Rückbau befindlichen Kernkraftwerken wird von den Betreibern als völlig unrealistisch abgelehnt. Das hat nach der Wahl auch Herr Söder von der CSU kapiert! Abgesehen von dem noch ungelösten Entsorgungsproblem ist Energiegewinn aus Kernkraft generell sehr teuer, weshalb der französische Rechnungshof die Einschränkung des Ausbaus angemahnt hat. Aber die Atomkraftindustrie kämpft ums Überleben und setzt daher Falschinformationen in die Welt, z.B. die IEA (International Energy Agency), die von unabhängigen Fachleuten leicht widerlegt werden können.

IWR*-Chef Dr. Norbert Allnoch:“Angesicht eines möglichen steigenden Strombedarfs von KI-Rechenzentren sind Atomkraftwerke wettbewerblich keine Alternative zu erneuerbaren Energien. Ein AKW-Neubau dauert schlicht zu lange, ist extrem teuer und die Finanzierung bleibt riskant“, d.h. sie müsste aus dem Staatshaushalt bestritten werden. „Wenn China sein aktuelles Tempo beim Bau von Solaranlagen bis 2030 fortsetzt, wird das Land schon am Ende des Jahrzehnts mit eigenem, preiswertem Solarstrom ganz alleine die heutige Stromerzeugung der gesamten globalen Atomkraftwerksflotte überholen.“ Bis ein Fusionskraftwerk stehen könnte, dauert es mindestens 50 Jahre.

Leider wurde in Deutschland die Entwicklung und Verbreitung der Solarenergie einige Jahrzehnte ausgebremst und so die Technik und die damit verbundenen Arbeitsplätze nach China verlagert, aber wir holen allmählich auf. Aufgrund unserer geografischen Lage und unseres hohen Energiebedarfs brauchen wir beide Energiequellen: Wind und Sonne.

*IWR-Institut der regenerativen Energiewirtschaft

https://www.nuembrecht.de/buergerinfo/aktuelles/detail/pressemitteilung-die-nuembrechterinnen-und-nuembrechter-haben-entschieden

https://www.fr.de/politik/die-atomkraft-in-frankreich-ist-ein-finanzielles-desaster-93532284.html , https://correctiv.org/aktuelles/klimawandel/2025/04/04/kernkraft-der-teure-traum-der-union/

Prof. Dr.-Ing. Michael Sterner (Stm) – OTH Regensburg https://www.youtube.com/watch?v=PVjfcpPOCRk

https://www.worldnuclearreport.org
https://ourworldindata.org/energy
https://www.nuembrecht.de/breitbandklima/photovoltaik

https://www.tagesschau.de/wissen/technologie/atomkraft-128.htmlhttps://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/atomkraft-koalitionsvertrag-100.html